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Dorsch angeln - so geht's



Köder

Ein bekannter Autor schreibt: "Der Dorsch ist ein gieriger Fresser mit einem Maul wie ein Schleppnetz, und er schluckt, was er findet, wie ein Staubsauger. Sein Mageninhalt besteht gewöhnlich aus einem Potpourri von Nahrungstieren, so vielfältig, wie seine Umgebung sie bietet. Es sind Krustentiere, Würmer und natürlich allerlei Fische, besonders Heringe."
Der Dorsch hat also einen herzhaften Appetit. Am meisten verbreitet für den Dorschfang ist aber der Pilker, ein entfernt fischchenförmiger metallener Kunstköder. Form, Farbe und Gewicht sind Hauptgesichtspunkte bei der Auswahl. Man unterscheidet flache, langsam sinkende Taumelköder, kompakte, schnellsinkende Modelle und Zwischenformen. Verchromte oder weiße Pilker empfehlen sich für bedeckte Tage, bei trübem, von Wind und Wellen aufgerührtem Wasser und in größeren Tiefen. Bei Sonnenschein und in flachem Wasser fangen farbige, vor allem verkupferte Pilker besser. Rot reizt, das zeigt die Erfahrung, den Dorsch stark zum Anbiss. Viele Angler hängen daher zusätzlich in die Springringe rote Plastikflossen. Der Fachhandel bietet ein großes Sortiment rotgefärbter Pilker an. Die Grundregel für Pilker- Form und -Gewicht lautet: Je größer die Tiefe, je unruhiger die See, je schneller Bootsdrift und Strömung, desto gedrungener und schwerer sei der Pilker. An der Ostsee verwendet man am häufigsten Gewichte zwischen 50 und 150 g, schwerere selten. Bei Helgoland sind 100 - 200 g alltäglich.
Beim Brandungsangeln nimmt der Dorsch die üblichen Köder für Plattfische und Aale. Manche Angler fischen vom Boot aus auch mit Fetzen aus Makrelenfleisch, einer Butt- Bauchseite usw. Damit fängt man, da der Köder für Dorsch stets in Grundnähe angeboten werden muss, auch zahlreiche andere in Bodennähe lebende Fische.
Zwar ist der Dorsch vorwiegend Fischfresser, verschmäht aber auch anderes Meeresgetier nicht. Es ist daher ratsam, 30 - 60 cm oberhalb des Pilkers an einem ca. 5 cm langen Seitenvorfach stets auch eine Weichplastik- Garnele, einen künstlichen Wattwurm, eine grobe Hühnerfedern- Fliege oder einen mit phosphoreszierender Masse überzogenen Haken anzubringen. Bisweilen wählen die Dorsche ausschließlich das Sonderangebot.


Gerät

Pilkruten sollen zugleich leicht und sehr stabil sein. Steife, 1,80 - 2,10 m lange Hohlglas- oder Kohlefaserruten mit Wurfgewichten um 100 g eignen sich. Nichts strapaziert Rutenringe mehr als Pilken. Sie müssen daher aus allerhärtestem, nicht einschneidbarem Material bestehen. Für das sog. Treppenspinnen, eine Zwitter-Methode aus Pilken und Spinnen, braucht man, um weiter zu werfen, Ruten von ca. 2,50 m mit weniger steifer Spitze. Der Kurs des Köders unter Wasser ergäbe nachgezeichnet in etwa eine Treppenlinie, daher der Name. Die robuste Stationärrolle sollte bei kleiner Übersetzung einen vorderen Trommel-Durchmesser von mindestens 70 bis 75 mm haben. Fischt man häufiger mit Pilkern über 100 g und kann regelmäßig mit Fischen über 7,5 kg rechnen, ist eine Multirolle empfehlenswert. Die Schnurstärken liegen zwischen 0,40 und 0,60 mm, bei Helgoland, wegen der Hängergefahr am Felsengrund, stets an oder über der oberen Grenze. Damit Pilkerverluste trotzdem keine allzu großen Löcher in ihre Geldbörse reißen, helfen sich die Angler dort mit folgender List. Durch Ausglühen machen sie die brünierten Drillinge weich. Bei einem Hänger streckt sich, wenn man gewaltsam zieht, der Haken und gibt den Pilker frei. Mit der Anglerzange biegt man den Haken wieder zurecht. Selbst der stärkste Dorsch soll ihn dennoch nicht aufbiegen können. Als zusätzliche Sicherung gegen Geräteverlust wird dem Pilker ein knapp rutenlanges Stahlvorfach vorgesetzt. So kann der rauhe Felsboden nicht die Schnur durchraspeln.


Angelmethode

Gepilkt wird ausschließlich vom unverankert treibenden Boot. Lediglich Treppenspinnen kann hin und wieder auch vom Ufer einträglich sein auf Makrelen, Hornhechte, Meerforellen und kleine Dorsche. Der Dorsch ist ein ausgesprochener Grundbewohner. 95 von 100 gefangenen Dorschen beißen in Bodennähe. Oberstes Gebot für Dorschangler daher: Der Köder muss nah am Grund angeboten werden. Unter übertriebener Hängerangst braucht der Ostseeangler wegen des meist sauberen ebenen Sandgrundes dabei nicht zu leiden.
Man unterscheidet drei Techniken des Pilkens: das einfache Heben und Senken, das Vorausangeln oder Treppenspinnen und das Achterausangeln, eine Art Schleppfischen. Beim Heben und Senken lässt man den Pilker bis auf den Grund sacken. Ist er unten angekommen, Erschlaffen der Schnur zeigt es an, hebt man ihn zügig l bis 2m und lässt ihn zurücktaumeln, hebt erneut, lässt sinken usw. Der Biss, durch einen scharfen Anschlag quittiert, meldet sich als heftiger Ruck. Sportlicher und meist erfolgbringender ist das Treppenspinnen. Der Angler wirft auf der Leeseite des Bootes ( Wind im Rücken ) einen 50 bis 75 g schweren Pilker so weit wie möglich aus. Hat der Köder den Grund erreicht, schnellt man die Rutenspitze fast bis zur Senkrechten hoch. Nun senkt sich die Rute und folgt dem zurücktorkelnden Pilker. Dabei wird Schnur eingeholt. Auf diese Weise lässt man den Köder bis ans Boot über den Grund hoppeln und springen. Die Bisse zeigen sich als fühlbarer Ruck in der Rutenspitze, als unvermittelter bleierner Widerstand oder, wenn der Dorsch den fallenden Pilker nimmt, indem sich die Schnur unterhalb der Rutenspitze urplötzlich nach unten ausbaucht. Beim geringsten Anzeichen eines Bisses muss man sofort sehr kräftig anschlagen. Zum Achterausangeln muss der Pilker schwerer sein. Auf der Abdrift- Seite ( Wind im Gesicht ) lässt man ihn bis zum Grund sinken und wippt die Rutenspitze nur leicht auf und ab. Der Metallfisch spielt gegen den Zug des treibenden Bootes. Der Wasserdruck auf die Schnur hebt den Pilker allmählich vom Boden ab. Damit er in Grundnähe bleibt, muss man daher hin und wieder mehr Schnur ausgeben.
Die Angel mit dem Fischfleischfetzen lässt man ebenfalls auf der Abdriftseite zu Wasser. Ein Birnen- oder Kugelblei, je nach Strömung und Treibgeschwindigkeit des Bootes 100 - 500 g schwer, sitzt an der Hauptschnur. Auf dem Haken Gr. 1 am bis zu 1,50 m langen Vorfach schwänzelt der zähe Fischfetzen etwa 4 m über dem Boden.
Reizvoll ist auch das Spinnfischen auf Dorsch vom Ufer aus. Der Angler geht mit der Wathose ins Wasser und wirft an dorschverdächtigen, steinigen Stellen den eigenschweren schmalen Blinker oder Pilker ( 20 bis 50 g ) aus. Für diese Art des Angelns hat "Fisch und Fang" im Herbst 1981 einen besonders fängigen Köder bekannt gemacht und ihm auch den Namen gegeben: Dorschknaller. Dieser "Knaller" besteht aus einem Bleikopf ( 40 bis 80 g ) mit einem langschenkeligen, nach oben weisenden Haken, über den ein flatternder Weichplastikschwanz (Twister) geschoben wird. Dieser "Knaller" vermittelt ein ganz neues Dorschfanggefühl. Inzwischen ist der Köder auch im Fachhandel erhältlich, ein Beweis dafür, wie belebend eine praxisorientierte Fachzeitschrift auf die Angelszene einwirken kann.
Die Größe der an deutschen Küsten mit Rute und Rolle erbeuteten Dorsche kann sich in den letzten Jahren schon sehen lassen. In schöner Regelmäßigkeit werden Jahr für Jahr einige Dorsche um die 20-kg-Marke gefangen. Längst liegen die deutschen Dorschrekordmarken über der Grenze von 25 kg. Auf Platz l steht ein Dorsch von 28 kg, gefolgt von zwei 27- kg- Exemplaren.
In arktischen Gewässern treten Hundertpfünder auf, und der Weltrekordfang war ein Dorsch von 96 kg, der vor der Küste von Massachusetts ins Netz ging.